Der Mensch ist fähig, die Liebe zu lernen und sein Leben ist eine Werkstatt.

Werkstatt klingt konstruktiv und kann z.B. Zeiten und Räume umschreiben, in denen Menschen unterschiedliche Herausforderungen gemeinsam oder individuell meistern.
Eine Werkstatt bietet in der Regel Werkzeuge, um diese Herausforderungen besser anzupacken. Das kann z.B. in drei Schritten funktionieren von erstens, neugierigem Staunen über – und Erkennen dieser Herausforderungen zu zweitens, die wichtigsten Werkzeuge zum aktiven Handeln innerhalb der Herausforderung identifizieren und benutzen lernen und drittens, einen für diese Werkzeuge geeigneten Werkzeugkasten zu bauen.
Einen Werkzeugkasten anzulegen ist eine gute Umschreibung für den Beginn von Bildungs- und Lernprozessen. Manchmal sind sogar Werkzeuge aus den Werkzeugkisten erinnerungswürdiger Menschen noch brauchbar. Sokrates soll gesagt haben, dass Fragen die Hebammen von Wissen und Erkenntnis sind. Auch das Üben der Hebammenkunst nach Sokrates als einer philosophischen Methode von strukturierten Dialogen verspricht nicht die Beantwortung aller Fragen im Leben. Die Suche nach Antworten macht aber mehr Sinn, als vor dieser Aufgabe zu resignieren.

Die Frage „Was will ich eigentlich?“ ist z.B. elementar wichtig. Auch wenn die Antworten auf diese Frage nicht immer sofort auf der Hand liegen. Mick Jagger von den Rolling Stones erkannte z.B.:  “You can’t always get what you want”, um dann zu philosophieren, “… but you might get, what you need.” Selbst das, was gebraucht wird, setzt das Wissen voraus, was es ist und warum es nicht entbehrt werden kann. Je mehr wir wissen, was wir wollen, desto weniger können andere mit uns machen, was sie wollen.  Bildung hilft auch beim Unterscheiden, wann jemand Unsinn redet und wann nicht. Denn viel Unsinn wird geredet und viel Halbbildung wird produziert, auf der das Unkraut der Einbildung gut gedeiht. Die Hoffnung, dass Dummheit als Mangel an Urteilskraft behoben werden und hohe Bildung auch komplizierte Dinge auf einfache Art sagt, kann nicht untergehen.

Die Abschaffung der Unwissenheit ist möglich, weiß auch das chinesische Sprichwort: Gebildet ist, wer weiß, wo er findet, was er nicht weiß. Alle kochen nur mit Wasser, nichts ist so, wie es scheint und in der Ruhe liegt die Kraft. Und sollte die Fähigkeit, zu entschleunigen, Unpünktlichkeit provozieren, dann gilt die Erkenntnis von Charlie Chaplin, wonach an den existentiellen Scheidewegen des Lebens keine Wegweiser stehen. Das spricht für die konsequente Absenkung sämtlicher Aufmerksamkeitsdefizite durch die Verlangsamung von Lebenstempo. Ebenfalls konstruktiv ist der Gedanke von Dany de Vito, dass nur die Besten keine Angst vor Niederlagen haben.

Strapaziert die Pflichtlektüre das vorhandene Zeitbudget übermäßig, dann beruhigt die afrikanische Weisheit: Gras wächst nicht schneller, auch wenn wir daran ziehen. Weniger ist manchmal mehr wie auch Lesen vor Dummheit schützt und das eigene Denken erweitert. Selbstständiges Denken befähigt schließlich zum Handeln dachte schon Bettina von Arnim.
Die eigenen Handlungsspielräume optimaler zu nutzen ist daher ein wichtiges Ziel von Bildung, weil erst das konkrete Handeln eines Menschen sein wirkliches Verstehen und Können beweist, wusste schon Marie von Ebner Eschenbach.

Um mit Fernao de Magalaes zu visionieren: „Wer an der Küste bleibt, wird keine Ozeane entdecken.“

Thomas Gebauer

 

 

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